Injektionstherapien oder moderne Potenzmittel, wie Viagra und Co. gehören heutzutage mitunter zu den effektivsten Möglichkeiten, um Erektionsproblemen entgegenzuwirken und weitgehend zu überwinden. Beispielsweise führen Injektionstherapien in 90% aller Fälle zum gewünschten Erfolg. Doch was ist mit den unglücklichen 10%, die weder mit Potenzmitteln, noch mit Injektionen Erfolg haben? Als wirklich allerletzte Maßnahme, um der Impotenz zu entgehen, bleibt in wenigen Fällen nur noch der chirurgische Eingriff übrig, bei dem eine Penisprothese als Schwellkörperersatz in das Glied implantiert wird. Doch dieser Schritt muss gut überlegt sein.

Ein irreversibler chirurgischer Eingriff

Bei der Einpflanzung eines Penisimplantats handelt es sich schließlich um einen vollwertigen chirurgischen Eingriff in den Körper, der mit allen gängigen Risiken von Operationen verbunden ist. Vor allem mit zunehmendem Alter steigen auch die Risiken stark an. Außerdem wird das natürliche Gewebe im Penis fast vollkommen zerstört, um Platz für das Implantat zu schaffen. Das bedeutet in weiterer Folge, dass die Operation nicht rückgängig gemacht werden kann, selbst wenn es zu Komplikationen kommt. Die Penisprothese sollte also wirklich nur das allerletzte Mittel darstellen, auf welches man als Mann mit Erektionsproblemen zurückgreift.

Es gibt grundsätzlich zwei unterschiedliche Typen von Prothesen, die in den Penis eingepflanzt werden können:

  • Biegsame Prothese
  • Hydraulische Prothese

Die biegsame Prothese

Bei der biegsamen Penisprothese handelt es sich um einen einfachen und biegsamen Schwellkörperersatz, der nach Implantierung mit der Hand frei bewegt und verformt werden kann. Die Prothese besteht aus Silikon. Im täglichen Leben biegt man den Penis üblicherweise in eine unauffällige Position. Das kann natürlich manchmal durchaus unangenehm werden. Dies bedeutet somit, dass der Penis sich in einem dauerhaften Erektionszustand befindet.

Mögliche Risiken sind Infektionen und im schlimmsten Fall das Absterben des restlichen Penisgewebes. Diese Komplikationen treten jedoch nur bei einem sehr geringen Anteil an Patienten auf.

Die hydraulische Prothese

Die hydraulische Penisprothese hingegen ist ein wenig komplexer aufgebaut. Sie besteht aus einem Schwellkörperimplantat, welches über Schläuche an ein Pumpsystem das Wasser enthält angebunden ist. Die Pumpe befindet sich üblicherweise direkt im Hodensack und kann auch von dort mit der Hand gesteuert werden. Bei Aktivierung wird die Prothese mit Wasser aus einem kleinen Tank vollgepumpt, was zu einer Erektion führt und den Geschlechtsverkehr ermöglicht. Danach kann man die Schwellung wieder mittels Bedienung der Pumpe im Hodensack beenden. Das Wasser wird abgepumpt und der Penis verliert seine Erektion.

Im Gegensatz zur biegsamen Prothese ist die hydraulische Prothese unauffälliger, da der Penis nur durch Aktivierung der Pumpe steif wird. Komplikationen treten nur in wenigen Fällen auf, umfassen aber in der Regel ein mechanisches Versagen der Pumpe, sowie Infektionen im Allgemeinen.

Wie schon erwähnt handelt es sich jedoch in beiden Fällen um einen dauerhaften Eingriff in die Struktur des männlichen Glieds, der nicht rückgängig gemacht werden kann. Ob dieser drastische Schritt tatsächlich notwendig ist, muss ausführlich und mit einem Experten analysiert werden. Es gibt unzählige Methoden, um die Potenz steigern zu können. Derartige Eingriffe sind heutzutage eher eine Seltenheit, da die moderne Medizin sehr weit fortgeschritten ist und wirkungsvolle nicht-invasive Alternativen zur Penisprothese bietet, egal ob in biegsamer oder hydraulischer Variante.

In manchen vereinzelten Fällen ist es aber tatsächlich so, dass nur noch der chirurgische Eingriff Erfolg verspricht. Rund 80% der Patienten können durch eine Prothese wieder dauerhaft Erektionen bekommen. Ob man sich nun für eine hydraulische oder eine biegsame Penisprothese entscheidet, hängt sicherlich von der Situation ab, in der man sich befindet. Aufgrund des chirurgischen Aspekts sind jedoch intensive Gespräche mit dem Arzt erforderlich, in denen der Experte den Patienten über alle Vor- und Nachteile sowie Optionen aufklärt.